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Mit dem Kanu in die Oderregion
Die Karte zu dieser Kanutour
Tour 08.
vorherige Tour - von Hohenwutzen bis Criewen(27,5 km)
Reisebericht zu dieser Kanutour

Nach einer gewittrigen Nacht ging es ausgeschlafen und gestärkt in die vorerst letzte Kanutour unserer Reise durch die Oderregion..
Es war die längste Etappe (27,5 km). Unser Ziel war in Criewen die Pension und Gaststätte "Zur Linde". 10:35 Uhr waren wir startklar und kurz darauf hatten wir wieder "eine handbreit Wasser unterm Kiel". Bereits nach 2 km erreichten wir die Schleuse Hohensaaten. Nun hieß es Abschied nehmen von der Oder, denn wir wollten auf die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Im Vorfeld habe ich nach einer Umtragemöglichkeit gesucht - aber ergebnislos. Da blieb uns nur die Schleuse. Als wir die Ost-Schleuse erreicht hatten, gab es vorne rechts am Schild "Wartebereich Sport" ein Schild mit der Telefonnummer. Hier meldete sich jedoch auf polnisch eine Stimme, die mir klar machte, dass die Nummer unbekannt sei und ich erst die 0049 für Deutschland vor die Vorwahl setzen müsse - dann klappte es auch! Der Schleusenwart informierte uns, dass er "den Schleusenvorgang einleiten werde". Es war mittlerweile eine knappe Stunde später. Wir warteten auf das grüne Licht zur Einfahrt in die Schleusenkammer. Ein monströser Bau mit hohen Dalben im Wartebereich für große Schiffe. Dann war es endlich soweit: Wir fuhren respektvoll in diese riesige Schleusenkammer - und das alles für ein Kanu. Und wieder kamen die Gedanken an den Umgang mit der Recource Wasser und die notwendigen Kosten für nur eine Schleusung und warum es den Sportbooten immer noch kostenlos angeboten wird?! Wir zahlen im städtischen Bereich für unser Auto halbstündlich unsere "Parkraumbewirtschaftungsgebühr" und hier ist alles kostenlos!??? Ja, beim Schleusen hat man Zeit auch für solche Gedanken. Auch gab es in der Schleusenkammer keine Möglichkeit, sich und das Kanu festzuhalten. Ein straffes Seil von oben bis unten wäre ein Lösungsvorschlag - wie in anderen EU-Ländern auch, und dort zahlen wir gern pro Schleusenkammer unsere Gebühr!
So, aus der Ost- noch kurz in die Westschleuse, und dann hatten wir es nach einer knappen Stunde geschafft mit dem Schleusen.
Trotz steinigen und anfänglich steilen Ufern wird es zunehmend abwechslungsreicher. Nur ist alles viel langsamer, weil kaum Strömung spürbar war. Diese Strecke musste mit Muskelkraft bewältigt werden. Ein schönes kleines Waldstück, hinter km 95 linke Seite, lud uns mit seinem flachen Ufer zum Rasten ein. Das war sehr idyllisch. Das gab es an den Uferabschnitten der Oder nur sehr selten.
Trotzdem war der abbrupte Wechsel von der Oder auf die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße (HFW) wie ein Stilbruch, der sich auch bei uns mental zeigte.
Ob Lunow, Stolzenhagen, Stolpe/Oder, Alt Gatow, Stützkow oder Criewen - alle Ortschaften hatten Brücken zum anderen Ufer, das war an der Oder nicht so. Dort waren bis auf Frankfurt, Küstrin und Hohenwutzen maximal deren Reste auf polnischer Seite "erhalten" geblieben. Eindruckvoll wechselten die Bilder der Uferpassagen von flach und landwirtschaftlich genutzt bis hügelig mit Steilhängen bis über 60 Meter Höhe. Darin wechseln die kleinen Ortschaften, jede mit ihrem eigenen Charme und Geschichte. Stolpe mit seinem protzigen Turm bannt den Blick und lockt zum Anhalten und Besichtigen - doch dazu reicht die Zeit nicht.
Gegen 17:45 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Die Stelle, die ich im Frühjahr zum Ausslippen ausgesucht hatte, war mitlerweise zugewuchert, und die Brennnesseln reichten bis an die Oberschenkel. Doch die herzliche Begrüßung der Inhaberin lies uns diese schmerzliche Erfahrung schnell vergessen. Eine Stunde später konnten wir das Boot ausladen und das Zimmer beziehen. Dann gab es noch ein leckeres Abendessen! "Zur Linde" ist leider die alternativlos, einzigste Gastwirtschaft im Ort - schade!!!
So haben wir unsere Reise gut zum Abschluss bringen können.
Die Bilder zu dieser Kanutour

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